Die Neuerungen der Trinkwasserverordnung 2023: Mehr Schutz und strengere Standards

Am 31. März 2023 hat der Bundesrat die neueste Trinkwasserverordnung (TrinkwV) in Deutschland gebilligt. 
Dieses Verordnung wurde am 23. Juni 2023 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht und trat bereits einen Tag später, am 24. Juni 2023, in Kraft. Die Novelle der TrinkwV stellt eine Reaktion auf wichtige europäische Vorgaben dar, die den Schutz des Trinkwassers auf nationaler Ebene stärken sollen.

Was bringt die neue Trinkwasserverordnung?

Die neueste Version der TrinkwV enthält eine Vielzahl von Änderungen und Aktualisierungen, die darauf abzielen, die Qualität und Sicherheit des Trinkwassers in Deutschland zu erhöhen. Einige der wichtigsten Neuerungen sind:

Die TrinkwV führt erstmals verpflichtende Regelungen zur Risikobewertung und zum Risikomanagement in der Wasserversorgung ein. Dies bedeutet, dass Wasserversorger nun dazu verpflichtet sind, potenzielle Risiken und Gefahren frühzeitig zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren.

Die Verordnung führt neue Qualitätsparameter für das Trinkwasser ein, darunter somatische Coliphagen, Microcystin-LR, PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) und Bisphenol A. Diese Substanzen können in das Trinkwasser gelangen und wurden bisher nicht ausreichend überwacht.

Die TrinkwV legt niedrigere Grenzwerte für Schadstoffe wie Chrom, Arsen und Blei fest, um die Gesundheit der Verbraucher besser zu schützen.

Betreiber von Wasserversorgungsanlagen sind nun verpflichtet, alte Bleileitungen bis spätestens 12. Januar 2026 auszutauschen oder stillzulegen, da Blei selbst in geringen Mengen gesundheitsgefährdend ist.

Die Neustrukturierung der TrinkwV umfasst 73 Paragraphen und 7 Anlagen, im Vergleich zu den früheren 25 Paragraphen und 5 Anlagen.

Risiken und Kritik

Die Trinkwasserverordnung 2023 zielt darauf ab, die chemische Überwachung des Trinkwassers zu verbessern und aufkommende Bedrohungen wie PFAS, Mikroplastik und Medikamentenrückstände stärker zu berücksichtigen. Die Einführung strengerer Grenzwerte und die Verpflichtung zur Stilllegung von Bleirohren sind wichtige Schritte zur Gewährleistung einer höheren Trinkwasserqualität.

Dennoch gibt es auch kritische Stimmen, die argumentieren, dass einige Grenzwerte und Maßnahmen möglicherweise nicht ausreichen, um alle Risiken ausreichend zu minimieren. Zudem müssen Wasserversorger und Behörden sicherstellen, dass die Umsetzung der Verordnung effektiv erfolgt und die Trinkwasserqualität weiterhin streng überwacht wird.

Die Grenzwerte

In diesem Auszug aus der TrinkWV können Sie die aktuellen Grenzwerte einsehen. Das vollständige Dokument finden Sie hier.

Fazit

Die Novellierung der Trinkwasserverordnung 2023 ist zweifellos ein Schritt in die richtige Richtung, um die Qualität des Trinkwassers zu schützen. Es bleibt jedoch wichtig, die Entwicklungen in diesem Bereich aufmerksam zu verfolgen und sicherzustellen, dass die Trinkwasserversorgung in Deutschland weiterhin den höchsten Standards entspricht.

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